Leserbrief

Kontra Wolf in Österreich

Ein Tier, das aus reiner Lust unzählige Tiere tötet und schwer verwundete kleine Lämmer hinterlässt, denen Körperteile fehlen bzw. deren Innereien heraushängen, löst in mir Wehmut aus und wirft bei mir die Frage auf: "Ist das der neue Tierschutz"?
In kurzer Zeit werden alte Kulturlandschaften, die unsere Vorfahren vor hunderten von Jahren kultiviert haben, veröden. Schafe oder Ziegen hält heute kaum ein Landwirt mehr aus wirtschaftlichen Gründen, sondern aus Idealismus und Tradition. Die nicht zu steilen und planierten Flächen werden weiterhin bewirtschaftet werden, aber auf den ungünstigen Flächen werden sich Sträucher und Bäume durchsetzen. Die Artenvielfalt geht dadurch verloren (auch oberhalb der Baumgrenze), denn Schafe u. Ä. tragen dazu bei, dass durch das Abgrasen der dominanten Gräser auch seltenere Blumen und Kräuter Platz bekommen. Dass die naturnahe Bewirtschaftung durch die Bauern gelebter Natur- und Umweltschutz ist, hat auch der bekannte Grünpolitiker Reinhold Messner erkannt.
Wer die Lösung im Herdenschutz sieht, dem rate ich einen Tag mit einem Almbauern zäunen zu gehen. Die einfachen Zäune sind schon derzeit viel Arbeit. Es fehlt nicht nur an Geld bzw. Material, sondern vor allem an Zeit. Und es stellt sich auch die Frage, ob wir die einfache, naturnahe Beweidung aufgeben und unsere Natur mit Tonnen von Zaunmaterial, das normalerweise nur im Tiergarten aufgestellt wird, verunstalten wollen.

Urban Gruber, 5611 Großarl

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