Leserbrief

"Koste es, was es wolle"

"Koste es, was es wolle", war eine der ersten Aussagen unseres Herrn Bundeskanzlers in der Corona-Krise. Möglicherweise hat er den Rest der Wahrheit nicht gesagt, "wenn es nur mir und meinen türkisen Mitstreiter/-innen" dient.

Nachdem Herr Kurz und verschiedene andere türkise Politiker/-innen in den letzten Wochen massiv unter Druck geraten sind, tut Herr Kurz genau das, was schon Politikergenerationen seit Menschengedenken getan haben, er lenkt davon ab, "koste es, was es wolle". Da ist zuerst die EU daran schuld, die nach "Basar-Methode" den Impfstoff verteilt, da ist der grüne Koalitionspartner daran schuld, der ja - wie es zahlreiche Quartettauftritte gezeigt haben - völlig ohne Zutun des Kanzlers agiert. Ein wenig vergisst er dabei, dass der Spitzenbeamte Herr Clemens Martin Auer laut Medienaussagen seinerzeit von ÖVP Gnaden diesen oder eine andere wichtige Funktion erhalten hat.

Warum so vieles in der Corona-Krise nicht funktioniert, rührt unter anderem daher, dass es die ÖVP geschafft hat, wichtige Funktionen im Beamtenapparat mit Vertreterinnen und Vertretern ihres Vertrauens zu besetzen. Da sind sicher viele kluge Menschen dabei. Ein Manko haben sie aber, sie widersprechen niemals dem obersten Chef. Eigentlich wünsche ich unserem Herrn Kurz, dass er noch lange in der Verantwortung bleibt, denn die wahren Probleme für unser Land stehen erst bevor, weil "alles so viel gekostet hat".

Franz Nagl, 4553 Schlierbach

Aufgerufen am 20.10.2021 um 06:20 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/koste-es-was-es-wolle-101152507

Schlagzeilen