Leserbrief

Kostenbremse im Gesundheitssystem

Zum Leitartikel in den SN von Manfred Perterer vom 22.12.2018:

Danke, Herr Perterer, dass sie ein paar Auszüge aus dem Leistungskatalog der Kassenärzte veröffentlicht haben. Daraus ist ersichtlich, warum die Warteräume der Vertragsärzte so voll sind. Ich schreibe aus dem Blickwinkel eines Betroffenen, der seit vielen Jahren im Gesundheitswesen tätig ist. Mir fällt auf, dass sich unser Gesundheitswesen seit einigen Jahren in den Bereichen Spitalsbereich und ambulanter Bereich asymmetrisch verändert. Im Spitalsbereich sind Einsparungen und Kürzungen seitens der Kostenträger kaum zu spüren, sehr wohl aber im ambulanten Bereich. Durch die beschlossene Reform der Sozialversicherungsträger wurde auch eine Kostenbremse eingeführt. Dies ist nun in meiner alltäglichen Arbeit spürbar, da die Tarife für ambulante physiotherapeutische Leistungen nicht einmal der aktuellen Inflationsrate angepasst wurden. Wo gibt´s denn sowas? Da haben wir in diesem Herbst Tarifstreiks erlebt, bei denen sich die Arbeitnehmervertreter mit Tarifabschlüssen unter 3 Prozent nicht begnügt haben, und wir in den Gesundheitsberufen müssen mit dem Einfrieren der Tarife leben!? Ist das der Dank der Bundesregierung für arbeitende Menschen in Gesundheitsberufen, die ja auch dafür sorgen, dass die Arbeitnehmer nach Krankheit und Unfall so schnell wie möglich wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden, damit es der Wirtschaft gut geht? Ich protestiere gegen diese Kostenbremse.


Reinhard Heindl, 5622 Goldegg

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