Leserbrief

Kritisch gegenüber der EU

Seit einiger Zeit veröffentlicht die SN Beiträge auf Seite eins, die mit Leserforum gezeichnet sind - offensichtlich Leserbriefe. Vorwiegend sind die Schreiber EU-Befürworter, wodurch die Spannung des Lesers allmählich nachlässt.

Ich stehe der EU kritisch gegenüber, sie bringt das Meiste nicht, was sie vorgibt zu können. Sie kann die Schengengrenze nicht schützen, wobei sich da der Gedanke aufdrängt, "will sie das überhaupt?" Sie reguliert Kleinigkeiten, die Unverträglichkeit der europäischen Bahnsysteme greift sie nicht an. Sie bezeichnet sich als "world player" ist aber de facto der zivile Arm der NATO - mit all den Risken und Nachteilen daraus.

Das ist nur ein kleiner Auszug, den ich aber mit einer Feststellung toppen möchte: Im 19. Jahrhundert drückten die europäischen Nationen - im heftigsten Konkurrenzkampf untereinander - der Welt den europäischen Stempel in Wissenschaft, Technik, Recht und Kunst auf - ohne Richtlinien aus Brüssel. Aber anders als heute in Brüssel, waren sie in der Sache einer Meinung, alle stolze Europäer zu sein. Die Leidenschaft fehlt in der EU, und in Abwandlung eines Merkel-Spruchs, lautet heute die Europa-Doktrin, "wer in Europa lebt ist Europäer". Da werden wir in 50 Jahren Europa nicht wieder erkennen, wenn wir nichts dagegen tun, dass Europa zu einem bloßen geografischen Begriff verkommt. Die Leserforum-Beiträge auf Seite eins tragen keinen Namen ihrer Verfasser - Warum? Mich können Sie mit meinem Namen veröffentlichen.

Jürgen Jauch, 4040 Linz

Aufgerufen am 27.11.2020 um 01:27 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kritisch-gegenueber-der-eu-61678522

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