Leserbrief

Kulturprojekt disqualifiziert sich durch Namen und Corporate Design

Zu Ihrem Artikel: "'Supergau': Neues Festival in Salzburg sucht Projekte", SN v. 28.10.19:

Mit großem Entsetzen lese ich von einem an sich begrüßenswerten Kulturprojekt, das sich durch Namen und Corporate Design von vornherein komplett disqualifiziert.

Weder Schellhorn (als Grünpolitiker!) noch Heine oder Deutinger sind so jung, dass sie sich an Three Mile Island, Tschernobyl oder gar Fukoshima nicht erinnern könnten. Und die grafische Gestaltung thematisiert ebenfalls Auflösung bzw. Ausstrahlung, was im Zusammenhang mit "Supergau" wohl kaum positiv erlebt werden kann.

Wie "super"-geil muss man sein, dass man sich für einen derartigen Namen entscheidet? Und wie sehr muss man die reale Gefahr der Atomkraft verdrängt haben, dass man auf die Idee kommt, mit so einem Begriff zu spielen? Und wie respektlos ist das gegenüber allen Opfern von Reaktorunfällen?

Ich kann mir das nur mit der verinnerlichten Wirkungsweise der Sozialen Medien erklären: Übertreibung und Provokation = größtmögliche Aufmerksamkeit. Stimmt insofern, als es mich zum ersten Leserbrief in zig Jahren veranlasst hat. Ich verweise allerdings darauf, dass ein kunstaffines Publikum auch empfindlich auf einen so negativ besetzten Begriff reagieren kann und das Festival damit und mit dem missglückten Logo von vornherein unter keinem guten Stern steht.

Ich empfehle dringend: weg mit Schaden mit Namen und Logo. Neuer Name + neues Logo = neue Gelegenheit für öffentlichkeitswirksames Auftreten.
Einem so "gloriosen Gespann" wie Heine/Deutinger sollte das doch gelingen können.

Dr. Brigitte Scott, 6401 Inzing

Aufgerufen am 26.01.2022 um 05:56 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kulturprojekt-disqualifiziert-sich-durch-namen-und-corporate-design-78748189

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