Leserbrief

Kunst und Natur, miteinander statt gegeneinander

Vielen Dank an Hedwig Kainberger für den Artikel "Kunst gegen Naturschutz" am 23. 7. in den SN zur Verlängerung des Kunstwerkes "Der weiße Stern" oder "Down to earth" auf dem Krauthügel. Sie stellt die Fragen: Wo liegt ein rechtskonformer Weg, damit der Stern ein paar Jahre bleiben darf? In einem Gutachten über dessen Harmlosigkeit für Mensch und Natur? In der Verlegung auf eine andere Wiese? Mit den Worten "Ein Königreich für eine Antwort" schließt sie ihren spannenden Artikel.

Ich möchte Ihnen eine mögliche Antwort ans Herz legen. Dieser weiße Stern mit dem offiziellen Namen "Down to the Ground" von Paul Wallach, der in so einfacher und zugleich eindrucksvoller Bauweise auf dem Krauthügel in der Stadt Salzburg liegt, hat für mich eine große Symbolwirkung. Dieses Kunstwerk, wie ein vom Himmel gefallener Stern, beleuchtet eines der größten Themen unserer Zeit, den Klimawandel, die Achtung vor der Natur, die Bedeutung der Natur für das menschliche Leben - das Zusammenwirken von Kultur und Natur, gerade in Salzburg. Vielleicht hat dieser weiße Stern gerade deshalb einen großen Stellenwert, nicht gegen die Natur, sondern explizit für die Natur, in die er eingebettet liegt, auf die er wie "vom Himmel gefallen" ist.

In der Leopoldskroner-Weiher-Landschaftsschutzverordnung 1980, Fassung vom 23.07.2019, steht unter § 1a, Punkt 2, dass die Verordnung der "Erhaltung des besonderen Erlebnis- und Erholungswertes des Grünkeils zwischen dem Leopoldskroner Moor und dem Festungsberg als harmonische Verbindung von Naturlandschaft und naturnaher Kulturlandschaft" gilt. Selbstverständlich hat die Erhaltung der besonderen landschaftlichen Schönheit des Gebietes um den Leopoldskroner Weiher oberste Priorität. Genau auf diesen besonderen Erlebnis- und Erholungswert könnte der weiße Stern hinweisen: Auf ein höheres Bewusstsein des Natur- und Umweltschutzes in unserer Zeit. Auf eine höhere Achtung unseres natürlichen Lebensraumes für eine lebenswerte Zukunft der nächsten Generationen. Denn es ist für unsere Zukunft essentiell, mehr "Down to earth" zu denken und zu handeln, mehr das Wesentliche, das Ursprüngliche, das Menschliche, das Natürliche in den Mittelpunkt zu stellen.

Vielleicht könnte man unter dieser Perspektive das Kunstwerk des weißen Sterns "Down to Earth" für die Bewusstseinsbildung nutzen, um der Natur, dem Natur- und Umweltschutz eine noch höhere Bedeutung zu geben. Vielleicht musste gerade aus diesem Grund der weiße Stern auf den Krauthügel in unserem schönen Salzburg fallen, in einer Stadt, in der Kultur und Natur einander bereichern. Und vielleicht könnte man genau aus diesem Grund der Salzburg Foundation eine Ausnahmebewilligung für die nächsten Jahre geben, sodass uns die Kunst, hier in Form des weißen Sternes für weitere Jahre auf das Wesentliche hinweisen kann, auf eine intakte Natur als Grundlage des Lebens.

Mag. (FH) Eva Weissenbacher, Kunsthilfe Salzburg, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 26.10.2020 um 12:01 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kunst-und-natur-miteinander-statt-gegeneinander-73855024

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