Leserbrief

Kurz unterschätzt den Klimawandel

Als seine Hauptziele für Österreich hat Sebastian Kurz Arbeit, Pflege und österreichische Werte genannt. Als Aufgabe für die Zukunft stufte er den Klimaschutz ein. Dass Kurz die Dringlichkeit des Klimaschutzes unterschätzt, bewies er weiters mit seiner Ende Juni verkündeten Forcierung der Wasserstofftechnologie als wirksamste und CO2 sparende Antriebstechnologie.

Damit hatte er offenbar den Eindruck erweckt, die Umstellung auf E-Autos ersparen zu können und die gewohnten, vielen lieb gewordenen Benzin- und Diesel-Fahrzeuge bequem auf den Wasserstoff-Brennstoffzellen-Betrieb umstellen zu können. Doch im zweiten Satz stellte sich die Täuschung schon heraus: 500 Millionen Euro in zehn Jahren kündigte er für die Erforschung dieser Technologie an. Also 50 Millionen pro Jahr für die Forschung und Entwicklung einer komplett anderen Technologie, die noch in den Kinderschuhen steckt. Erklärungen der Autoindustrie, dass der Masseneinsatz von Wasserstoffautos frühestens in zehn bis 15 Jahren möglich sein werden. Seine mangelnde Lernfähigkeit zeigt sich auch in der beharrlichen Verweigerung einer von den Grünen und Sozialdemokraten, sowie namhaften Wirtschaftsforschern geforderten ökologischen Steuerreform, wo auch Großverursacher endlich ihren gerechten Anteil leisten müssten und nachhaltiges Produzieren von Unternehmern, Bauern, besonders Biobauern, sowie umweltfreundliches Verhalten von Konsumenten mit diesem Geld gefördert werden könnten.

Karl Semmler, 8283 Bad Blumau

Aufgerufen am 17.10.2019 um 12:01 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/kurz-unterschaetzt-den-klimawandel-73464955

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