Leserbrief

Lawinensperren der Salzburger Bahnlinien

Die Lawinensperren im Bundesland Salzburg besonders im Bereich des Pass Lueg brachte den ganzen nationalen und internationalen Eisenbahnverkehr aus dem Gefüge. Für Bahnreisende aus den Gebirgsgauen und der Steiermark waren Fahrzeitverlängerungen von etwa zwei Stunden an der Tagesordnung. Seit der Errichtung der Bahnlinie im 19. Jahrhundert ist der Pass Lueg bei Lawinen-, Hochwasser-, Muren- und Steinschlaggefahr die Achillesferse der wichtigen europäischen Eisenbahnverbindung zwischen Nordsee und den Adriatischen Häfen. Sperren der Bahnlinie sind seit über 150 Jahren bekannt und dokumentiert.
Mehrere Studien und Planungen für eine von den Launen der Natur sichere Trassenführung wurden im letzten Jahrhundert in Auftrag gegeben, die Ergebnisse in Vorwahlzeiten von den Politikern der Bevölkerung präsentiert und nach den Wahlen anscheinend wieder in der Schublade versenkt. Auch eine Petition 2008 der Landesregierung ("Tunnelkette Werfen") dürfte in den lawinen- und hochwassersicheren Amtsstuben der Wiener Ministerien in der Versenkung verschwunden sein. Wie allgemein bekannt sind die Salzburger Gebirgsgaue kein unterentwickelter Landstrich sondern eine der größten Winterfremdenverkehrsregionen Österreichs mit Firmen von Weltruf. Aus diesen Grund ist es für mich unverständlich, dass Bevölkerung, Tourismusmanager, Kammerfunktionäre, betroffene Bürgermeister und Volksvertreter aus den südlichen Salzburger Landesteilen die über zwei Wochen dauernde Lawinensperren der Hauptverbindungsbahnen bis heute kommentarlos hinnehmen.


Wolfgang Scherübl, 5541 Altenmarkt

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