Leserbrief

Lehrergesundheit in Coronazeiten

Bei der momentanen Diskussion zum Thema "Schulen offen halten oder nicht" fehlt mir eine wichtige Komponente. Vom Ministerium heißt es: Die Schüler seien weniger gefährdet und die Lehrer würden durch Maßnahmen geschützt. Beispielsweise seien FFP2-Masken ausreichend vorhanden und man brauche diese nur anzufordern.

An unserer Schule gibt es trotz Anforderung bis jetzt nur ein paar Masken für Risikogruppen, die restlichen Kollegen müssen weiterhin in Eigenregie irgendwo Masken kaufen. Bei den Bildungsdirektionen heißt es, dass Maskenlieferungen zwei bis drei Wochen dauern könnten und sie für diese Maskenankäufe gar kein Mehrbudget bekommen hätten. Das Coronavirus wird für uns Lehrer jedoch nicht netterweise ein paar Wochen warten und uns verschonen.

Weiters werden K1-Kollegen nicht getestet oder kontaktiert. Ist das der Schutz, den wir medial immer versprochen bekommen? Es ist auch nicht hilfreich, wenn Ärzte in der "ZiB 1" sagen, dass das durchgehende Maskentragen gar kein Problem sei und sie auch permanent Masken trügen. Es macht nämlich durchaus einen Unterschied, ob man stundenlang mit der Maske zu 25 Leuten sprechen muss oder ob man als Arzt einen Patienten behandelt, der bei Operationen sogar noch im Tiefschlaf verweilt. Es wurde noch nie medial darüber berichtet, wie der Schulalltag für Lehrer zurzeit aussieht und mit welchen sich stets ändernden Verordnungen und Empfehlungen, die dem Praxistest nicht standhalten, man sich da tagtäglich herumärgern muss.

Michael Mraz, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 25.01.2021 um 02:11 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/lehrergesundheit-in-coronazeiten-95534626

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