Leserbrief

Leichtsinn in den Bergen

Leserbrief zu: "Das Risiko auf dem Berg wird unterschätzt" in den SN vom 8. 1. 2019:

Ich stimme Alfred Pfeiffenberger zu, wenn er schreibt: "Irgendwie scheint es, dass immer mehr Menschen das Gespür für die Gefahren der Natur verloren haben."

Als "Bergführer aus Gefälligkeit" stelle ich auch immer wieder fest, dass Skitourengeher zu spät starten und dann ganz verwundert sind, wenn ich ihnen von einer Fortsetzung einer Tour abrate, weil durch die intensive Sonneneinstrahlung der Schnee seine Festigkeit verloren hat. Besonders unangenehm finde ich den Umstand, wenn Erwachsene mit kleinen Kindern bei einem heranziehenden Gewitter oder einer Schlechtwetterfront ihren Aufstieg auf einen Berg, trotz meiner Bedenken, fortsetzen.

"Viele Bergsteiger glauben, einfach alles ist machbar", erklärte vor einigen Jahren in einem Interview der Tiroler Extrembergsteiger Peter Habeler. "Der Respekt vor der Natur fehlt heute", konstatiert er. "Die beste Ausrüstung ist allerdings nutzlos, wenn sich der Mensch unbedacht in Gefahr begibt", warnt Habeler.

Im Zeitalter des Handys fühlt sich außerdem so mancher sicher, weil er meint, jederzeit einen Hubschrauber rufen zu können, der ihn aus einer Notlage befreit. Die Routen sollten stets dem eigenen Können und nicht nur dem Wollen angepasst sein. Leichtsinn hat in den Bergen nichts verloren.

Ing. Harald Schober, 8160 Weiz

Aufgerufen am 18.10.2019 um 04:15 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/leichtsinn-in-den-bergen-64244992

Schlagzeilen