Leserbrief

'Lernpakete' und 'Planarbeit' macht frustrierte Kinder


Ein Schul-System, das beauftragt ist, Kinder wochenlang mit "Lernpaketen" oder "Planarbeit" zu beschäftigen, produziert angepasste, funktionierende und letztlich frustrierte Kinder. Frustriert werden aber auch Lehrer sein, die wissen, dass digitale Kommunikation nie die Qualität einer persönlichen Begegnung ersetzen kann, denn sie wissen, dass Nähe und Vertrauen die Basis bilden für erfolgreiches Lernen. Sollte "distance learning" auch nur annähernd die Qualitäten einer Lehrer-Persönlichkeit ersetzen können, dann stellt sich die Frage, wozu zum Lernen überhaupt Lehrer notwendig sind. Ganz einfach: digitales Lernen kann das nicht.
Wenn das "System Schule" will, dass Kinder in der Krise und aus der Krise auch wirklich etwas "für das Leben" lernen, dann darf sie nicht die Augen vor der Realität verschließen und so weiter machen als wäre nichts. "Lernpakete" mit alten Inhalten, die das bloße Aneignen von Wissen oder Abarbeiten von verordnetem "Stoff" verfolgen, gehen weit an den tatsächlichen Bedürfnissen der Kinder, der Welt und der Zukunft vorbei.
Unsere geschundene Erde braucht auf allen Ebenen ein neues Zugehen auf die Zukunft und vor allem weniger aus-gebildete Menschen mit viel Wissen ohne Ethik. Deshalb mehr "BILDUNG statt SCHULE"! Und bitte kein "Zurück zur Normalität" - das ängstigt mich.


Markus Hagler (Lehrer in Pension), 4880 St. Georgen

Aufgerufen am 29.11.2020 um 12:28 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/lernpakete-und-planarbeit-macht-frustrierte-kinder-86354959

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