Leserbrief

Luxemburg als Vorbild

Das kleine Land Luxemburg macht vor, wie's geht: Seit dem vergangenen Wochenende sind dort alle öffentlichen Verkehrsmittel gratis. Wer mit dem Bus, dem Zug oder der Straßenbahn unterwegs ist, braucht keinen Fahrschein mehr zu kaufen. Einfach einsteigen und fahren, wohin man will.

Zumindest im Einzugsbereich der größeren Städte wäre so ein Angebot auch in Österreich erstrebenswert. In Salzburg gibt es kaum einen Tag, an dem sich nicht viel zu viele Autos in endlosen Kolonnen durch die Stadt wälzen. In den Obussen und Postbussen aber sitzen tagsüber meistens nur wenige Menschen. Kein Wunder, kostet doch allein der Einzelfahrschein für den Obus mittlerweile 2,70 Euro. Sicher, Vorverkaufsscheine bzw. Wochen- und Monatskarten sind etwas günstiger. Dennoch: Die hohen Ticketpreise halten viele davon ab, das Auto stehen zu lassen und in den Bus umzusteigen.

Hinzu kommt, dass die Öffis in Salzburg wenig attraktiv sind: Die Busse sind langsam, fahren häufig Umwege und darüber hinaus viel zu selten. In den letzten Jahren wurde der Fahrplan in der Stadt sogar noch eher ausgedünnt als verdichtet. Wer das nicht glaubt, soll einmal versuchen, am Abend nach dem Theater oder gar am Wochenende mit dem Bus nach Hause zu fahren.

In Luxemburg ist man der Ansicht, der Nahverkehr müsse so attraktiv und zuverlässig wie möglich werden; gratis ist er nun bereits. Salzburg sollte sich ein Vorbild an Luxemburg nehmen und viel Geld für den öffentlichen Verkehr in die Hand nehmen. Parkgaragen auszubauen ist der falsche Weg!


Monika Neuhofer, 5020 Salzburg

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