Leserbrief

Marko-Feingold-Straße, -Platz oder -Brücke

Schon lange denke ich darüber nach, ob man einer Persönlichkeit mit einer Straßenbezeichnung überhaupt gedenken kann, oder ob es sich nur um eine Notwendigkeit für unsere Navigation handelt. Hätte man Marko Feingold zu Lebzeiten gefragt, hätte der sicher geantwortet, dass er dadurch aber niemanden verdrängen oder diskriminieren will.

Gegenständlich scheint es fast so zu sein, als stelle die Witwe des Verblichenen Ansprüche auf das Epizentrum unserer Altstadt und gehe es nur darum, ihr einen Gefallen zu tun. Als salomonische Entscheidung würde ich erst einmal Gras darüber wachsen lassen, damit auch die Emotionen wieder abflachen. Ich wage zu befürchten, dass es ansonsten in Kürze durch humanistisch anders denkende Menschen zu Schmieraktionen kommen könnte und wir damit wieder das Thema Antisemitismus auf dem Tisch haben. Siehe Stolpersteine.

Abgesehen davon spricht das Prinzip der Sparsamkeit der Stadtverwaltung absolut dagegen, weil gar kein Bedarf besteht. Sollte man in Zukunft einen Namen für die Entstehung einer Straße brauchen, wäre Marko Feingold wohl die erste Wahl.


Hofrat i. R. Mag. Hermann Winkler, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 28.11.2020 um 08:47 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/marko-feingold-strasse-platz-oder-bruecke-92646859

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