Leserbrief

Masernfalle - tickt das Gesundheitssystem noch richtig?

Der steirische Masernfall schlägt hohe Wellen, man ruft reflexartig nach einer Impfpflicht. Wie auch immer man zu diesem Thema stehen mag, mich beschäftigt ein ganz anderes viel mehr. Der Umgang mit infektiösen Krankheiten in unserem täglichen Umgang. Kranke werden in Ambulanzen und Ordinationen fröhlich gemischt, bei Kinderärzten gerne auch mal gesunde Neugeborene zur Vorsorgeuntersuchung oder Impfung, neben fiebrigen Kleinkindern. Der an Masern Erkrankte wurde wohl von einer medizinisch geschulten Person nach Angabe seiner Daten und Symptome darum gebeten, im Warteraum der Ambulanz Platz zu nehmen um dort drei Stunden zu warten. Bin ich die Einzige, die das skandalös findet? Einen Kranken mit Fieber und Ausschlag als ansteckend zu erkennen bedarf relativ wenig medizinischen Vorwissens. Der junge Mann hatte in diesem Fall die Masern, er hätte aber auch allerlei andere Krankheiten übertragen können und die Annahme liegt nahe, dass genau das täglich unzählige Male in Österreich passiert. Was es braucht ist ein viel umsichtigerer Umgang mit ansteckenden Krankheiten, wenn wir unsere Kleinsten und Schwächsten schützen wollen.
Das sollte der Arbeitsauftrag an Politik und Medizin aus dieser Situation sein.

Mag. Sabine Meyer, Mödling

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