Leserbrief

"Masterplan Ausbau ÖPNV Salzburg Schritt 1"

In einem Umkreis von 70 Kilometern leben um die Stadt Salzburg als Zentrum der Region etwa 1,5 Millionen Menschen. Durch die Hausberge ist nicht nur der Platz an der Oberfläche beschränkt, sondern müssen sich auch im Zentrum der Individual- und der Personennahverkehr auf einer Nord-Süd- und 3 Ost-West-Achsen den Platz aufteilen und überwiegend im Stau aneinander vorbei quälen. Eine Entflechtung ist nur durch eine zweite Ebene möglich, die angesichts der Erderwärmung für den ÖPNV gebaut werden muss.
Dem trugen schon die zukunftsweisenden Konzepte Nahverkehr Salzburg I u. II im Jahre 1998 vorausschauend Rechnung. Von diesen ist bis heute trotz vieler Absichtserklärungen und rechtsgültigen Verträgen lediglich die S-3 ganz ver-wirk-licht. Die S-2 soll gar erst 2040 im Halbstundentakt verkehren, weil das Land schon mehrmals die notwendigen Trassen nicht bestellt hat und vielleicht auch in naher Zukunft noch nicht will?
Nachdem neben dem S-Bahnausbau auch die zweite wichtigste Maßnahme, die Weiterführung der Salzburger Lokalbahn (SLB) in das Stadtzentrum bis heute nicht umgesetzt worden ist, stehen die Salzburger mehr denn je im Stau! Ein besonderer Flaschenhals ist der zentrale und wichtigste Umsteigeknoten, der Hauptbahnhof. Dessen Funktion kann in einem ersten Schritt nur durch eine unterirdische Verlängerung der SLB bis Mirabell zusammen mit der Errichtung der Messebahn wirklich maßgeblich verbessert werden. Dies würde zusammen mit einer Einbindung von BLB, DB und ÖBB in den Innenstadt-Tunnel einen Quantensprung für den ÖPNV bedeuten. Denn dann wäre die rechte Altstadt schon mit 7 vorhandenen Bahnlinien umsteigefrei und die linke Altstadt fußläufig in wenigen Minuten erreichbar. Wie schon die TTK-Studie im Jahr 1997 im Auftrag des Landes Salzburg herausgearbeitet hat, ist die unterirdische Lösung die pendlerfreundlichste und optimalste, weil weitere Kapazitäten für einen zukünftigen Ausbau vorhanden wären. Weder eine Seilbahn, noch eine Straßenbahn und auch nicht die gegenüber den Autofahrern nicht durchsetzbaren weiteren Obus- und Busspuren hätten denselben Effekt.
Sehr geehrte Damen und Herren Politiker/-innen, Sie können schon Morgen beginnen und rasch die Pläne für Mirabell aus der ersten Olympia-Bewerbung 2010 überarbeiten lassen. Und der Bürger wird Ihnen Ihren Einsatz für das Gemeinwohl zur Verbesserung der Mobilität und einer Senkung von Lärm und Luftschadstoffen sicherlich danken.


Dr. med. univ. Dietmar Golth, Obmann pro-RSB, 5026 Salzburg

Aufgerufen am 26.10.2020 um 11:33 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/masterplan-ausbau-oepnv-salzburg-schritt-1-74130355

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