Leserbrief

Matura - Ganz oder gar nicht

Auch wenn die politischen Entscheidungen in Österreich oftmals so aussehen, als würden sie ein unsinniger Kompromiss zwischen zwei nicht kompatiblen Systemen sein, muss das in der Schule nicht auch noch anwendet werden. Denn so sieht der Plan für die Notengebung der Matura aus.
Zur Info: Normalerweise würden in einem Maturazeugnis nur die Noten der Prüfungen sowie die der VWA sein. Aufgrund der Situation, in der sich die Welt gerade befindet, wurden in verschiedenen Ländern, darunter England und Frankreich, die Abschlussprüfungen abgesagt und die Noten aufgrund der vorherigen Leistungen vergeben. Klingt sinnvoll. Zu sinnvoll für die österreichische Bildungspolitik, die sich dazu entschieden hat, eine Mischung zu machen, und es ist so absurd, wie es klingt: Die Note setzt sich nämlich zu 50% aus der Jahresnote der 8. Klasse und zu 50% aus der Prüfungsnote zusammen. Das heißt in anderen Worten, die bisherigen, vielleicht schlechteren Leistungen beeinflussen die Note, aber dafür gibt es den Druck einer Prüfung auch noch dazu. Na dankeschön.
Mein Appell an die Bildungsdirektion: Entscheiden Sie sich für eine Art der Notengebung. So paradoxe halb-halb Kompromisse bringen niemandem etwas, am wenigsten uns Schülern.


Anika Dafert, Schülerin, 5550 Radstadt

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