Leserbrief

Mehr Geld für die Pflege

Zu dem sehr treffenden Leserbrief von Frau Pommer (SN vom 13. 11.) möchte ich noch ein paar Zeilen hinzufügen. Ich bin seit 1992 diplomierte Krankenschwester (inzwischen wurde die Berufsbezeichnung auf Diplomierte Krankenpflegerin geändert).
Von dem Beruf, den ich mit Freude erlernt und ausgeübt habe, ist leider nicht mehr viel übrig geblieben. Der "Pflegeschlüssel", das bedeutet die Grundlage zur Personalberechnung, wurde meines Wissens seit 1993 nicht mehr angepasst! Aber die Aufgaben haben sich vervielfacht. Wie Frau Pommer so treffend formuliert hat, hängt über uns das Damoklesschwert der Dokumentation.
Ich finde es sehr wichtig, dass Pflegehandlungen nachvollziehbar sind, aber so wie jetzt auf Formulierungen herumgeritten wird, ist das meiner Meinung nach nicht in Ordnung. Es scheint inzwischen wichtiger zu sein zu schreiben, als zu pflegen. Für die Arbeit mit Demenzkranken ist aber gerade Zeit ein ganz wichtiger Faktor.
Auch wenn sich diese Menschen oft nicht mehr entsprechend äußern können, sie spüren sehr wohl, ob ich als Schwester gestresst oder ruhig an die Arbeit gehe. Leider ist es mittlerweile auch so, dass sich kaum noch Personal findet; offene Stellen können nicht nachbesetzt werden, was die Arbeitsbelastung der verbliebenen Pflegekräfte hinaufschraubt. Da müsste schleunigst etwas geschehen, die Ausbildung mehr beworben, die Bezahlung der vielfachen Belastung angepasst werden. Ich hoffe, dass die Entscheidungsträger die Situation nicht verkennen und entsprechend tätig werden!
Die Arbeit in der Pflege ist herausfordernd, aber, wenn die Rahmenbedingungen passen, auch eine sehr schöne Tätigkeit!

Andrea Schneeweiß, 4870 Vöcklamarkt

Aufgerufen am 23.10.2019 um 04:33 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/mehr-geld-fuer-die-pflege-61234102

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