Leserbrief

Mehr Gerechtigkeit im Internet

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Dem Leitartikel "Ein Stück mehr Gerechtigkeit im Internet" vom 28. 3. kann ich nur vollinhaltlich zustimmen. Ich habe Zweifel, ob alle EU-Mitgliedsstaaten die vom Europaparlament beschlossene Richtlinie auch korrekt umsetzen werden. Wird Österreich sie korrekt umsetzen? Ich hoffe es zumindest und bin mir sicher, dass die SN so wie andere Qualitätsmedien dabei der Bundesregierung sehr kritisch auf die Finger schauen werden. Vom Wiener Boulevard kann man das jedenfalls mit Sicherheit nicht erwarten.

Dass das Europaparlament gegen Populismus nicht gefeit ist, hat die vor Kurzem erfolgte Abstimmung zum Ende der Zeitumstellung in Europa gezeigt. Vorausgegangen war eine problematische Onlineumfrage, an der sich nicht einmal ein Prozent (!) der EU-Bevölkerung (4,6 Mill.) beteiligt hatte und in der 84 Prozent derjenigen, die mitgemacht hatten, sich für ein Ende der Zeitumstellung aussprachen.

70 Prozent der Mitmacher kamen aus Deutschland. Wenn man bösartig ist, kann das so interpretiert werden, dass sich das Europaparlament einem deutschen Diktat unterworfen hat. Ich frage Sie: Brauchen wir so etwas nochmals? Angeblich haben Milchkühe ein großes Problem bei der Zeitumstellung, weil sie mit dem Melkrhythmus nicht gleich klarkommen. Kann es gar sein, dass letztendlich die deutschen Kühe der entscheidende Faktor für das Ende der Zeitumstellung und das ab 2021 zu erwartende Zeitchaos in Europa sind? Herr Purger könnte dazu sicher eine nette Glosse in den SN schreiben!

Dr. Johann Fröhlich, 1130 Wien

Aufgerufen am 22.10.2020 um 12:56 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/mehr-gerechtigkeit-im-internet-68542594

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