Leserbrief

Mehr inhaltliche Diskussion, bitte!

Gerne lese ich die Ratschläge von altgedienten Politikern, hier Erhard Busek und Wolfgang Radlegger, die - nicht verwunderlich - rückblickend ("Auf der Suche nach der verlorenen Demut", SN v. 31. 7.) feststellen, dass früher vieles anders, ja manches vielleicht auch besser war oder gewesen sein könnte. Nachdenklich sollte der Befund machen, dass inhaltlich zu wenig und auch zu wenig in der Breite von Themen diskutiert wird, innerhalb der Parteien und auch darüber hinaus. Die Diskussionsfreude oder der Wunsch, neue Ideen und Vorschläge einzubringen oder von anderen gute, brauchbare Ideen zu übernehmen, das scheint nachgelassen zu haben. Mehr Austausch zwischen den Generationen wäre wünschenswert. Alles fokussiert sich bei den Parteien auf die Person an der Spitze und mehr als Loyalität ist gefordert. Dies ist aber längerfristig wohl kein Vorteil, sondern birgt die Gefahr einer Vereinseitigung, die dann durch Klubzwang und message control gehalten wird. Es geht dann eben nur mehr um Machterhalt und Machtausübung und weniger um Zukunftsgestaltung durch gute und noch bessere Ideen und Vorschläge, hervorgebracht durch eine gewollte breite Diskussion im Vorfeld und nicht allein durch den engsten Mitarbeiterzirkel, der vielfach nur aus Neulingen und reinen Karrieristen besteht.


Karl Brunner, 9020 Klagenfurt

Aufgerufen am 23.10.2021 um 11:56 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/mehr-inhaltliche-diskussion-bitte-107465170

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