Leserbrief

Meinung ohne Wissen?

Zu "Gewerkschaft verliert Maß und Ziel" vom 9. Februar: Hätte Hr. Fröschl nur kurz recherchiert, dann wüsste er, dass eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich keineswegs ohnehin prekäre (was er zumindest einräumt) Arbeitsverhältnisse verschärfen, sondern im Gegenteil schlagartig für Verbesserungen sorgen und eine immense Steigerung der Attraktivität der Berufsfelder um Pflege, Betreuung und soziale Dienste bedeuten würde. Bemerkenswert, dass sich die "Salzburger Nachrichten" - in der Rubrik "#MEHR WISSEN" - dem Trend zu "viel Meinung bei wenig Wissen" munter anschließen.
Hätte eine Recherche stattgefunden, wüsste der Autor, dass die diskutierten Forderungen nicht einer "stichelnden" Gewerkschaft geschuldet sind, sondern von den Mitarbeitern/-innen an der Basis getragen und gefordert werden.
Die Beschäftigten in Pflege-, Gesundheits- und Sozialdiensten wollen nicht weiter wirtschaftlich abgehängt werden (angemessene Entlohnung) und durch ihren Einsatz für andere nicht selbst krank werden (vernünftige Rahmenbedingungen). Zu diesen Forderungen gebe ich dem Autor seine polemische Frage am Ende seines Kommentars gerne zurück: "Daran kann doch niemand ein Interesse haben. Oder?" Wir schon.


Christoph Eschbacher, Betriebsrat Lebenshilfe, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 22.10.2020 um 09:11 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/meinung-ohne-wissen-65609503

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