Leserbrief

Meinungsfreiheit einmal anders

Ihren "Klartext" von Herrn Chefredakteur Andreas Koller in den SN vom 9. November kann ich bei bestem Willen nicht unbeantwortet stehen lassen.

Meinungsfreiheit ist selbstverständlich ein hohes Gut und ist auch dementsprechend zu pflegen und zu schützen. Dennoch ist darüber nachzudenken, ob Meinungsfreiheit auch in einem derartigen Ausmaß verletzen und kränken darf, wie es die besagten Mohammed-Karikaturen offenbar mit verheerender Wirkung tun. Dazu dann zu sagen: "Das ist der Preis, den wir für die Demokratie zahlen", kommt meines Erachtens einem Verhöhnen der Angehörigen der Opfer gleich.

Abgesehen davon ist diese Aussage geeignet, wache Bürger im wahrsten Sinne zu "verstören" und auch insbesondere Gläubige aller Religionen vor den Kopf zu stoßen. In unserer säkularisierten Gesellschaft ist es ja nicht ungewöhnlich, um nicht zu sagen "in", Religionsgemeinschaften und deren führende Vertreter ins Kreuzfeuer zu nehmen und auch lächerlich zu machen. Also kein Wunder, wenn selbst die Mohammed-Karikaturen als durchaus erlaubt hingestellt werden.

Franz Sendlhofer, 5630 Bad Hofgastein

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