Leserbrief

Menschenrecht auf Wohnraum

Zum SN-Bericht vom 18. 2. 2020 über die Ceconi-Villa: "Spekulation? Ich sage Projektentwicklung!": Der Niedergang der Politik ist der dümmsten Doktrin der Nachkriegszeit geschuldet: "Mehr privat - weniger Staat!"

Die Folgen dieser Gehirnwäsche sind seit langem zu beobachten. Einem immer größer werdenden Teil der Bevölkerung ist es nicht mehr möglich, Wohnraum für die eigene Familie zu finanzieren, weil die privaten Gewinne der "Zwischenhändler" in nicht tolerierbare Höhen geklettert sind. Der private Raubbau am Menschenrecht auf Wohnraum hat derart freche Ausmaße angenommen, dass er sogar von denen, die am meisten darunter leiden, als systemrelevant wahrgenommen wird. Es ist eine unverantwortliche Politik, die dafür gesorgt hat, dass private Gesellschaften mit Immobilien gewinnbringend handeln dürfen.

Wenn schon die Gemeindepolitik nicht fähig ist, sich das Vorkaufsrecht von Immobilien (Grünland, Bauland, denkmalgeschützte Objekte wie die Ceconi-Villa) für den kommunalen Wohnbau zu sichern, sollte dies wenigstens der Landespolitik einfallen. Wenn der rechtliche Rahmen dafür nicht ausreicht, könnten Regierung und Landtag auf die Idee kommen, die erforderlichen politischen Hausaufgaben zu machen.

Ziel sollte sein, dass sich jeder Staatsbürger eine in einem Arbeitsleben rückzahlbare Wohnung leisten kann, statt sich als vogelfreier Mieter an der Gewinnmaximierung von Vermietern beteiligen zu müssen.

Dr. Silvester Schröger, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 28.11.2021 um 04:06 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/menschenrecht-auf-wohnraum-83745154

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