Leserbrief

Mittersill scheint Kitzbühel nachzueifern

Bei einem Hotel-Projekt am Pass Thurn entsteht am Wasenmoos (Naturschutzgebiet) ein Hotel mit 77 Zimmern der Gruppe Six Senses (Firmensitz Thailand) - inklusive Spa, 45 Appartements und 13 Chalets bzw. Villen. Unter dem Deckmantel Tourismus geht es hier um Investitionen der Immobilienwirtschaft für Zweitwohnsitze. Ein Chalet kostet sage und schreibe 5,5 Mill. Euro. Einen Porsche gibt es dann noch als Draufgabe geschenkt.

Während die neue Raumplanung verdichtetes Bauen propagiert, wird hier durch hohen Bodenverbrauch, für reiche Investoren Luxus geschaffen. Für die einheimische Bevölkerung, die sich das Wohnen kaum mehr leisten kann, ist das ein Affront. Das Land Salzburg hat den höchsten Bodenverbrauch in Europa!

Die Profitgier einiger Unternehmer und Investoren scheint kein Ende zu nehmen. Es wird in sensiblen Alpentälern gebaut und gebaut, Naturräume werden unwiederbringlich zerstört. Wir haben mehr Tourismus und Zweitwohnsitze als ein Land vertragen kann. Siehe Pinzgau, Kitzbühel, Zell am See, Maria Alm usw. Dieses Projekt widerspricht in allen Punkten einer nachhaltigen Raumplanung. Zweitwohnsitze, die nur wenige Wochen im Jahr bewohnt sind und noch dazu abseits von Orten liegen und die volle Infrastruktur beanspruchen, haben nichts mit ökologischer Nachhaltigkeit zu tun.

Ein dringender Appell an die Politik: Dem Ganzen endlich Einhalt gebieten. Und die neue Raumplanung, die beschlossen wurde, auch umsetzen. Keine Ausnahmen für mit Geldscheinen winkende Investoren! Sonst wird unser Land ausverkauft, zersiedelt und zubetoniert!

Monika Feichtinger, 5082 Grödig

Aufgerufen am 05.12.2021 um 05:32 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/mittersill-scheint-kitzbuehel-nachzueifern-78781234

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