Leserbrief

Motor im Stand laufen lassen

Es ist wieder kälter geworden. Für (zu) viele Autofahrer ein ausreichender Grund, beim kurzen Warten im Auto einfach den Motor laufen zu lassen, damit es schön warm bleibt. Die Autoindustrie hat dafür bis heute keine Lösung, obwohl z. B. Volvo vor zirka 20 Jahren bereits einmal eine solche serienmäßig begonnen hatte. Ein durchschnittlicher Pkw hat heute eine Motorleistung von wenigstens 100 kW, nach oben gibt es keine Grenzen (Hemmungen). Um einen stehenden Pkw im Winter warm zu halten, benötigt man eine Leistung von ein bis maximal zwei kW. Diese "Heizleistung" wird mit einem 100-kW-Motor erzeugt, der damit in einem Bereich von ein bis zwei Prozent ausgelastet ist. Dass bei diesem Leistungsbedarf die Wirtschaftlichkeit mitsamt der Umwelt auf der Strecke bleibt, muss keinem Techniklaien erklärt werden.
Die "Profis" der Autokonzerne aber sind weder willens, das Problem als solches anzuerkennen, noch darüber nachzudenken, wie das besser zu lösen wäre.
Wie kann diese Lösung aussehen? Ganz einfach, indem man von der beim Fahren im Übermaß erzeugten Abwärme wenigstens einen winzigen Teil speichert. Um für eine "Standheizung" von 30 Minuten die benötigte Energie zu speichern, müsste in den Kühlkreislauf eines Autos lediglich ein Zusatzvolumen von rund 15 Litern integriert werden. Dieses Zusatzvolumen in Form einer "Thermosflasche" wäre nach jeder Fahrt immer voll geladen und würde als "Nebeneffekt" dafür sorgen, dass auch bei einem "Kaltstart" am Morgen der Motor sofort auf Betriebstemperatur kommen kann, was weitere positive Aspekte hinsichtlich Motorwirkungsgrad und Abgasreduktion hätte.

Helmut Meisl, 5400 Hallein

Aufgerufen am 30.11.2020 um 06:31 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/motor-im-stand-laufen-lassen-61617232

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