Leserbrief

Musik mit Worten

Hedwig Kainbergers Bericht "Der späte Barenboim feiert mit dem späten Beethoven" v. 21.8. über Daniel Barenboims siebzigjähriges Bühnenjubiläum im großen Festspielhaus veranlasst, die Tradition der Musikrezension ins Blickfeld zu rücken. Um die Banalität auf einem anderen Gebiet zu sagen: Natürlich ersetzen die findigsten Beschreibungen nicht die Degustation eines Grand Cru, - aber die stupende Oszillographie so mancher Konzertvermittlung macht die Kluft zwischen Klang- und Wortrede beinahe vergessen. Sie ist gefühlt, wie die Epiphanie des Ereignisses selbst, so suggestiv werden flüchtige Elemente einer Interpretation geschildert.

Stan Getz, und viele mit ihm, sagte über das Musizieren, es sei, wie mit seinem Instrument zu sprechen; und eben diese Kunst beherrschen die Wortmusikanten der "Salzburger Nachrichten", allen voran Karl Harb, in wunderbarer Weise, - wofür letzterem in Würdigung seiner Jahrzehnte währenden Beglückungen tosender Applaus gebührt.

Christoph Feichtinger, 2353 Guntramsdorf

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