Leserbrief

Muss eine objektive Berichterstattung die Religion nennen?

Ich schätze die Artikel von Andreas Koller sehr, sein Klartext in den SN vom Montag, den 17.12. scheint mir aber doch ein wenig überzogen. Natürlich darf man die Debatte über die Probleme des Zusammenlebens auch nicht den Verharmlosern überlassen, seine Kritik an Medienberichten, die dezidiert keine persönlichen Angaben zu den handelnden Personen machen, kann ich aber nicht nachvollziehen.
Schließlich wird - sofern eine Tat etwa von einem Katholiken, Buddhisten oder Atheisten begangen wurde - dieser Sachverhalt ja auch nicht extra angeführt; warum sollte also ausgerechnet bei Asylbewerbern oder Menschen die dem islamischen Glauben nachstehen ein diesbezüglicher Zusatz bekannt gegeben werden? Man würde wohl nur erreichen, die in weiten Teilen der Bevölkerung ohnedies schon vorhandene Xenophobie weiter anzuheizen. Eine sachliche und objektive Berichterstattung hat es jedenfalls nicht nötig die Religionszugehörigkeit oder den jeweiligen Stand der Person zu nennen.


Priv. Doz. Dr. Peter Höller, 6067 Absam

Aufgerufen am 26.11.2020 um 12:07 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/muss-eine-objektive-berichterstattung-die-religion-nennen-62673274

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