Leserbrief

Mut fehlt, Rücksichtnahme nicht

Wie Recht hat Alexander Purger (SN v. 10. 1.), wenn er schreibt, dass die Demokratie sehr langsam arbeitet. Und auch der Mut der Politiker ist nicht übergroß. Doch meine ich, dass "Administrierer" oft nicht die Verlierer sind. Sie machen ja nichts falsch und werden dann wieder gewählt. Ziemliche Stillstandswahrer sind sie (gerne) - aber auch die Mehrheit will oft nur Ruhe und wenig Reformbewegung, sondern viel (lieber) Status quo. Die änderungswilligen Politiker haben es schwer, weil sie mehrfach eingebremst werden, vom Koalitionspartner, von den eigenen
Parteimenschen, denn "Vorsicht und Rücksicht" sozusagen wären nun einmal
auch "im Eigeninteresse" sehr zu beachten. Das unternehmerische politische Personal, das zudem auch mutig wäre, kommt wohl viel zu selten nach ganz oben. Rückblickend ist das sehr bedauerlich, denn die großen ungelösten Problembereiche bleiben mit "Administrierern" weiter ungelöst, obwohl sie lange schon bekannt sind und Schwelbränden gleich raschen Handlungsbedarf erforderten. Kreisky oder Schröder in Deutschland, die wollten unbedingt Änderungen und standen auch dazu. Das waren politische Köpfe mit Mut, Konsequenz und Zielen. Gäbe es doch mehr davon!

Karl Brunner, 9020 Klagenfurt

Aufgerufen am 17.05.2022 um 08:48 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/mut-fehlt-ruecksichtnahme-nicht-115312570

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