Leserbrief

Muttersein - die beste Corona Vorbereitung

Was ursprünglich mit einem süffisanten Lächeln an meinen Mann gerichtet war, will ich hier mit allen teilen.

Beim Autofahren lamentierte er darüber, wie die Regierung in unser Privatleben eingreift und die Bevölkerung unter drastischen Entbehrungen leiden müsse. Meine Antwort als schwangere Frau mit einem zweijährigen Kind: Wenigstens wissen jetzt alle einmal, wie das Leben einer Mutter ist: Verzicht, wohin das Auge reicht. Im Ernst: Die Situation, tagelang nicht aus dem Haus zu kommen, außer vielleicht zum Einkaufen oder Spazierengehen, war mir nicht fremd. Restaurant- oder Barbesuch am Abend? Man kann sich dunkel an die Zeit erinnern, als so etwas möglich war. Soziale Kontakte - was ist das?

Auch mit einem prozentuellen Anteil des früheren Gehalts auszukommen ist für eine Mutter nichts Neues. Fürs "zu Hause sitzen" wird man eben nicht bezahlt. Die Ungewissheit, ob man mit dem Geld auskommen wird oder ob man den gleichen Arbeitsplatz/die gleichen Arbeitsbedingungen wiederbekommt - für viele die große Frage nach der Krise (für Frauen mit Kindern die große Frage nach der Karenz).

Einige denken nun vielleicht: Wenn das Leben als Mutter so schlimm ist, dann bekomm doch keine Kinder. Nun ja, wenn sich das alle Frauen denken, gibt es ja irgendwann keine Probleme wie Pandemien und Weltwirtschaftskrisen mehr.

Mit einem Gruß an alle Mamas, die schmunzeln mussten.


Lisa Tränker, 5204 Straßwalchen

Aufgerufen am 05.12.2020 um 04:29 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/muttersein-die-beste-corona-vorbereitung-86752516

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