Leserbrief

Nachdenken im täglichen Leben

Auch für mich ist es Freude, dass schon Schüler dieses Umweltbewusstsein haben und dafür auf die Straße gehen. Leider sehe ich dazu auch einige aber und bei vielen von der Schule abwesenden Schülern nur eingeschränkten Enthusiasmus. Würden sie zum Streik gegen den Klimawandel gehen, wenn nämlich die Schule am Freitag nicht etwas früher zu Ende und man mit seinen Schulkollegen unterwegs wäre? Warum muss es immer der Freitag sein, nicht so blöd ist auch einmal ein freier Samstag? Handelte sich das Unterfangen um z. B. eine Stunde Ehrenamt zu einer wichtigen Sache, wie sähe es da aus?

Wie oft fliegen diese Jugendlichen einige Male jährlich in den Schulferien mit ihren diversen Patchworkfamilien weg? Wo sind heutzutage viele Schüler in Europa noch nicht gewesen? Zu Fuß kommt man da nicht hin. Motorroller und Mofas werden so früh, wie es das Gesetz erlaubt, genutzt. Das Drittauto der Familie (meist gesponsert von den Großeltern, aber nicht abgelehnt!), steht zur erstmöglichen Nutzung vor dem Haus. Brot und geöffnete Lebensmittel werden zu früh als alt abgelehnt und weggeworfen. Auch Kleidung wird aus modischen Gründen zu schnell entsorgt. Warum lassen sich Schüler auf dem Land für höchstens 1 km mit dem Auto von der Schule abholen? Ich sehe hier sehr viel Handlungsbedarf und auch Umsetzungsmöglichkeiten gerade bei jungen Menschen, bevor sie im Berufsleben sind und nennenswert mitgestalten können.

Ich wünsche mir von allen mehr Verantwortungsgefühl und den Schülern anhaltendes Brennen für die Sache und ein wenig Nachdenken im täglichen Leben. Änderung geschieht nur durch Geben und Nehmen.

Heide Zinke, Mondsee

Aufgerufen am 17.10.2019 um 05:26 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/nachdenken-im-taeglichen-leben-67449505

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