Leserbrief

Nachdenken über Bonuszahlungen

Einfach nachdenken, dann schaut die Sache etwas anders aus. Gemeint ist der "freiwillige Verzicht" der Salzburg-AG-Manager auf "wesentliche Teile" ihrer Bonuszahlungen, die ihnen zustehen sollen.
Bislang war ich der offenbar irrigen Ansicht, Boni würden vom Aufsichtsrat nur dann vergeben, wenn die Leistungen der Manager überdurchschnittlich gut wären.
Manager der Salzburg AG bekommen also zu ihrem Einkommen, im gegenständlichen Fall 222.700 Euro brutto im Jahr, das entspricht einem Bruttomonatsgehalt von rund 15.900 Euro, also dem Gehalt des Landeshauptmanns, zusätzlich noch 90.000 Euro für besondere Leistungen. Nun bieten die beiden an, auf ein Viertel dieser Bonuszahlungen zu verzichten, weil ihre Leistung mangelhaft war, wie sie selbst zugeben!
Eine zweite Meldung in den SN von vergangener Woche ließ mich rechnen: Ein Obusfahrer verdient monatlich ca. 1800 Euro, brutto, das sind 14 Mal gerechnet 25.200 Euro im Jahr. Wenn nun die Manager auf ein Viertel ihrer Bonuszahlungen, die sie zusätzlich zum Jahresgehalt bekommen, "freiwillig" verzichten, ist das exakt der Jahresverdienst eines Obusfahrers. Ist doch großzügig, auf den ersten Blick; wenn man ein bisschen nachdenkt, könnte man ein wenig nachdenklich werden.


Peter Schattauer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 01.12.2020 um 12:37 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/nachdenken-ueber-bonuszahlungen-68281561

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