Leserbrief

Nachdenken über die Wahlbeteiligung

Dem Leserbrief von DI Felber (SN vom 26. 3.) kann ich nur teilweise zustimmen. Die Anzahl der Sitze in einem Gremium nach der Höhe der Wahlbeteiligung festzulegen würde bedeuten, dass sich die Mitglieder einer Landesregierung oder Gemeinde nach der ersten Wahl halbieren. Nach der nächsten Periode würde dann die halbe Mannschaft wieder reduziert auf ein Viertel und in ein paar Jahren sitzt dann der Bürgermeister/Bürgermeisterin oder Landeshauptmann/Landeshauptfrau nur mehr allein im Büro und würde, weil keine
50 Prozent erreicht, abgewählt.
So einfach ist es aber leider nicht. Vielmehr sollten sich die Verantwortlichen Gedanken machen, wieso niemand mehr zur Wahl geht. Wenn ich das Geplänkel um das Neutor sehe oder die Folderaktion vor der Stichwahl in der Stadt, kann ich es keinem Bürger übel nehmen, dass er nicht zur Wahl geht. Aber der Gipfel des Ganzen ist, dass sich nach der Wahl alle in die Arme fallen und lieb haben.
Liebe Politiker, ihr seid gewählt worden, um für das Volk zu arbeiten und nicht um uns etwas vorzuspielen. Wenn ich einen Handwerker anstelle und der leistet nicht 100 Prozent, werde ich ihn auch nicht mehr wählen. Obwohl: Das mit der Reduktion der Gehälter sollte man sich genauer anschauen.

Mag. Manfred Gebhard, 5340 St. Gilgen

Aufgerufen am 27.09.2020 um 11:31 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/nachdenken-ueber-die-wahlbeteiligung-68132461

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