Leserbrief

Nachholbedarf bei der Sicherheit

Die im Jahre 2017 zugesicherte Verdoppelung des Radwegebudgets auf zwei Millionen wurde enthusiastisch begrüßt. Und tatsächlich kam heuer ein wenig Bewegung in den Ausbau der Radwege. Die Zahl der Radfahrer soll mit diesem jährlichen Betrag von derzeit täglich 20.000 bis zum Jahre 2025 um 20% auf 24.000 gesteigert werden. Ausgebaute Radwege allein sind aber kein Allheilmittel. Denn auf diese Weise wird sich die Anzahl der Radunfälle noch weit stärker erhöhen (derzeit deutlich über 500 pro Jahr), wenn nicht zahlreiche "Altlasten" raschest abgebaut werden: Viel zu enge Kreisverkehre, schlechte Markierung von Rad- und Gehwegen, zu hohe Randsteine und Schwellen, gefährliche Unterführungen (z. B. Gaswerkgasse und Siezenheimer Straße), unzureichende Schneeräumung im Winter etc. Rechtlich sind die Radfahrer den anderen Verkehrsteilnehmern gleichgestellt, vielfach werden sie aber in die Gosse gedrängt. Eine problemlose Mitnahme von Fahrrädern sollte bei der Anschaffung der neuen Busse unbedingt vorgesehen werden.
Wie sollen diese dringend notwendigen Verbesserungen aber ohne ausreichende Finanzierung ermöglicht werden? Auf dem Europ. Radgipfel in Salzburg wurde aus vergleichbaren Städten von einer etwa 3- bis
4-fachen Summe berichtet. Und jetzt wird die zugesagte Million womöglich wieder gestrichen? Sind Hunderte Verletzte wirklich zu verantworten?
Dieser Schaden sollte wohl mehr wiegen als kurzsichtige Streichungen. Salzburg soll aufholen und nicht noch weiter ins Hintertreffen geraten ...

Univ.-Doz. Dr. Johann Beck-Mannagetta, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 18.10.2019 um 01:10 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/nachholbedarf-bei-der-sicherheit-61146580

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