Leserbrief

Negativer Steuerwettbewerb

In der SN vom 5.4. ("Zu teuer, zu reguliert, zu wenig offen") wird über eine Standortstudie des Beratungsunternehmens Deloitte berichtet, in der Österreich nur auf Platz 11 von 20 europäischen Ländern landet.
Um Österreichs Ranking zu verbessern, fordert der Deloitte-Sprecher eine Senkung des Körperschaftssteuertarifs von 25 auf 19 Prozent. Dieser Forderung möchte ich vehement widersprechen. Die weltweite kontinuierliche Reduktion der Unternehmenssteuern hat zur Folge, dass der Beitrag der Arbeitnehmer und Konsumenten am Steueraufkommen immer größer geworden ist, der Anteil der Unternehmen hingegen gesunken ist. Steuern sind nur einer von vielen Standortfaktoren, allerdings notwendig um eine funktionierende Infrastruktur, sowie effiziente Sozial- und Bildungssysteme zu gewährleisten.
Österreich sollte sich nicht an einem ruinösen negativen Steuerwettbewerb beteiligen und sich etwa Länder wie Ungarn mit einem Steuersatz von 9 Prozent zum Vorbild nehmen.

Rudolf Litofcenko, 5071 Wals

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