Leserbrief

Nein zu Südtirol

Erlauben sie mir einige Bemerkungen zu den Fiktionen im informativen Artikel von Thomas Hödlmoser in den SN vom 24.11.2018 mit der Schlagzeile, "Was wäre, wenn Südtirol bei Österreich wäre?"

Nachdem Tirol im Rahmen des Friedensvertrages von Saint-Germain im Jahr 1919 auseinandergerissen wurde und nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges der erklärte Wille der Südtiroler nach Österreich zurückzukehren von den Allliierten abgeschmettert wurde, stellt sich für mich die Frage: Sollen wir den vom Autor dargestellten Szenarien im Artikel "Was wäre, wenn Südtirol bei Österreich wäre?" nachtrauern oder gar eine Rückkehr Südtirols nach Österreich fordern? Ich plädiere aus heutiger Sicht für ein klares "Nein".

Durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union am 1. Jänner 1995 wurde die "Unrechtsgrenze" am Brenner beseitigt und die "Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino aus der Taufe gehoben. Dieses Konzept der Regionalisierung innerhalb des gemeinsamen Hauses Europa hat für Südtirol enorme ökonomische Vorteile mit sich gebracht und gilt als Musterbeispiel für die Lösung von Minderheitsproblemen. Alles in allem kann man mit gutem Gewissen behaupten, dass mittlerweile die "Zeit die Wunden weitgehend geheilt hat" und Forderungen der FPÖ nach einer doppelten Staatsbürgerschaft entbehrlich sind.

Herbert Strocker, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 28.11.2020 um 09:43 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/nein-zu-suedtirol-61624507

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