Leserbrief

Neue Lösungen sind gefragt

Spätestens seit der Coronakrise müsste allen klar sein, dass es so nicht weitergeht. Wir können die Natur um uns nicht munter drauflos zerstören und uns dann wundern, dass vieles aus dem Ruder läuft.

Der geplante ÖBB-Tunnel Köstendorf-Salzburg ist so ein Projekt, das den Umweltproblematiken unserer Zeit nicht mehr gerecht wird. Zusätzliche 900 Lkw-Fahrten täglich zur Baustelle nach Köstendorf, ist das noch zeitgemäß, wo allerorts versucht wird, die Lkw-Flut und das CO2 einzudämmen?
Täglich mehrere Millionen Liter abgesenktes Grundwasser viele Jahre hindurch durch das Wenger Moor in den Wallersee zu leiten, ist das verantwortbar?
250 ha hochwertige Wiesen und Wälder mit großen Industriehallen, Containerdorf, etc. zuzubetonieren, ist das umsichtig? Stellt nicht der Boden die Grundlage unserer Ernährung dar? Eine Deponie für Millionen Kubikmeter zum Teil kontaminierten Ausbruchmaterials und die ganze Baustelleneinrichtung ganz nah am Europaschutzgebiet Wenger/Zeller Moor zu planen zeigt, dass die ÖBB die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben. Der öffentliche Verkehr muss ausgebaut werden, keine Frage! Aber doch bitte nicht mit Mitteln, die mehr Schaden als Nutzen für die Umwelt bringen.

Die Rückbesinnung auf den Wert unserer Natur, auf die Gesundheit der gesamten Bevölkerung hat aktuell einen Schub bekommen. Daher müsste ein Projekt dieser Größenordnung, noch dazu eines, das vorgibt, im öffentlichen Interesse unabdingbar zu sein, auf die ökologischste, schnellste, umweltschonendste Weise und auch unter Berücksichtigung der dort lebenden Menschen umgesetzt werden. Es muss umgeplant werden. Die Umwelt darf nicht weiter geschädigt werden!


Anna Nocker, 5203 Köstendorf

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