Leserbrief

Neuerlicher Volksbankumbau

Es irritiert einigermaßen, dass die Volksbank in der St.-Julien-Straße schon wieder abreißt, umbaut, neu "gestaltet", was in einer ohnehin schon durch Lärm und Abgase überstrapazierten Gegend für die Anrainer wieder einiges befürchten lässt.
Gerade noch musste die Bank vor einigen Jahren mit staatlicher Hilfe "gerettet" werden, nachdem die EU-Bankenpleiten-Vorschriften in Kraft getreten waren, die den Kreditinstituten mehr Liquidität in Form von Rücklagen für Krisenfälle aufzwangen, was sie bis heute durch sich steigernde Kreditvergaberaten erreichen sollen. Nach einer notwendigen "Gesundschrumpfung" muss die Volksbankengruppe zwar wieder einen Teil des Rettungsgeldes an den Staat zurückzahlen, aber anscheinend schon wieder eilig investieren.

So wie schon im Jahr 2008, als der enorme Umbau des Projekts mit derzeit 1000 m2 Nutzfläche durchgeführt wurde (Architektenbüro BKK-3), wird auch diesmal durch Weitwinkelaufnahmen ein moderner Bau suggeriert. Tatsache ist, dass damals ein massiver Bau grob in eine Altstadtschutzzone hineingepfercht worden ist.

Nachdem durch den drohenden Kollaps 2012 auch Posten abgebaut wurden, und ich als Nachbarin in einem Jahrhundertwendebau (Ceconi) durch große Glasflächen in die riesigen Räume direkt hineinschaue (ursprünglich bis in die Toiletten der Angestellten, was später verdunkelt wurde), eröffnet sich mir heute Folgendes: Enorm große Büroräume, die seit Jahren leer stehen, ebenso überdimensioniert wie die Eingangshalle des Gebäudes. Bleibt nur zu hoffen, dass diesmal das Büro Fally Architekten rettet, was zu retten ist. Zum Beispiel weiß färbelt und die grauenhaften, hellgelben Metallstangen entfernt, die an der Franz-Neumeister-Straße seit Jahren vor sich hin rosten und sich wie ausrangierte Skier präsentieren.


Andrea Nießner, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 28.10.2020 um 03:30 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/neuerlicher-volksbankumbau-83034088

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