Leserbrief

Neutor-Sperre und Anregungen zur Belebung der Stadt

Nach längerer völlig unbefangener Diskussion mit einem befreundeten Architekten kamen wir beide letztlich zum Schluss, die Sperre des Neutors zur Aufwertung des dortigen Stadtteils und Verkehrsberuhigung (vor allem in den Sommermonaten) zuzustimmen. Trotz aller Bedenken, "die Maxglaner" etwas auszusperren.

Die Einschränkung der Fußgängerzone sehen wir nicht, fährt doch auch z. B. in Graz seit jeher sogar die Tram durch diese. Die Pflasterung der Altstadt ist schön gelungen. Bei der Linzer Gasse wäre weiter fortzusetzen.

Wir sind (natürlich) auch für den Ausbau der Mönchsberggarage. Wenngleich die Zufahrt etwas schwieriger wird. Leitsysteme für Touristen! (Die Zufahrt wird sich aber nun allerdings doch mehr über die Sinnhubstrasse und Mülln/Aiglhof verlagern.)

Allerdings sehen wir Ergänzungen und Forderungen. Um die Kaufmannschaft nicht weiter auszuhöhlen und die Öffis durch Umstiege mehr zu attraktivieren, wäre ein 1-Euro-Busticket wohl dringend notwendig (derzeit 1,80 bis 3,80 Euro).

Die bessere Taktung der S- und Lokalbahnen (15 Minuten in den Spitzenzeiten bzw. 30 Minuten), Mitternachtsanbote (Retour-Bus?) für Hallein - Salzburg. Derzeit endet die S-Bahn zu früh. Der 750-Meter-Tunnel zum Mirabellplatz scheint aber mehr als unsinnig und ist viel zu teuer.

Spätnachmittags oder frühabends schafft es die Kaufmannschaft in der Altstadt leider kaum, diese (außer in den Touristenzeiten) attraktiver zu gestalten. Die
Kaigasse ist ab 17.00 Uhr wie ausgestorben.

Es gibt z. B. in der ganzen Stadt nicht mal (mehr) ein Disco-Fox-Lokal, in das die Ü-40 (Ü-50) tanzen gehen könnten. (Diese weichen am Donnerstag sogar nach Anif in den Friesacher Stadl aus.) Aber anhand der vielen teuren Bälle im Winter sieht man doch, dass auch mehr Möglichkeiten zum Tanzen angesagt sein könnten.

Es gibt in Salzburg keine Live-Freiluft-Tanzflächen. Im Gegensatz etwa zu istrischen oder italienischen Hotels und Städten. Es müsste dort auch keine dröhnende, überlaute Musik abgespielt werden. Sporadisch einzelne Veranstaltungen wie beim Sternbräu sind sehr seltene Ausnahmen (und leider auch ohne Tanzflächen).
"Jazz in the city" im Herbst ist sehr gut, und die zwei bis drei Gassenfeste sowieso, werden aber zu konzentriert auf nur wenige Tage im Jahr abgespielt. Die ewige Problematik der Anrainerschaft ist natürlich bekannt. Aber bis 22.00 oder ein paar mal bis 23.00 Uhr sollte das wohl kein wesentliches Problem darstellen.

Nur einige wenige Anregungen und Gedankensplitter aus einer Diskussionsrunde

Franz Hager, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 01.12.2020 um 06:28 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/neutor-sperre-und-anregungen-zur-belebung-der-stadt-67952611

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