Leserbrief

Nicht in unserem Namen!

Zu "Österreich ist kein Musterschüler mehr" (SN vom 2. 11.): Alexander Purger untertreibt vornehm. Tatsache ist doch: Wir sitzen gemeinsam mit Trump und Orbán auf der "Eselsbank" der Welt! Dass die nationalkonservative Bundesregierung in Wien unter Vorsatz manche Peinlichkeit produzieren würde, die der guten Substanz Österreichs nachhaltig Schaden zufügt, war vorauszusehen. Man kriegt eben, was man wählt. Dass man jedoch als Staatsbürger so rasch vor aller Welt tiefe Scham über das Treiben der neuen Herren Österreichs empfinden würde, die sich doch so treuherzig "Brückenbauer" nennen, verblüfft dennoch. Wer die dringend notwendige internationale Kooperation, aktuell in Gestalt des UNO-Migrationspakts, derart mit Füßen tritt, wie es diese Regierung tut, der stellt sich ganz bewusst außerhalb der Weltgesellschaft der positiv gestaltenden Kräfte und agiert in Komplizenschaft mit den übelsten Gestalten unter den Machthabern der Welt. Höre, Welt: Sie tun es nicht in unserem guten Namen! Nicht im Namen jener großen - leider immer noch schweigenden - Mehrheit von anständigen Österreichern, seien sie christlich, sozialdemokratisch, ökologisch oder liberal bewegt, für die sich das doppelte Rot in unserer stolzen Flagge nicht etwa von Scham ableitet, sondern vom Herzblut jener, die für Freiheit, Demokratie, Humanität und internationale Solidarität in unserem schönen, guten Land einstehen. Was man dagegen tun kann? Wir müssen reden! Und nicht nur in kleinen Zirkeln Gleichgesinnter. Und wir müssen in einem Staat mit skandalös niedrigem Budget für Entwicklungszusammenarbeit aktiv dagegenhalten, indem wir etwa Hilfsorganisationen, wie SOS-Mitmensch, Alpine Peace Crossing oder andere finanziell unterstützen. Damit sie, was sie für Österreich an Gutem tun, auch in unserem Namen tun können.

Dr. Friedrich Michael Steger, 5161 Elixhausen

Aufgerufen am 16.10.2019 um 11:33 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/nicht-in-unserem-namen-61145350

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