Leserbrief

Nicht krank in die Arbeit schleppen

Zum Artikel vom 25. Jänner 2020: Dieses sehr heikle Thema, krank in die Arbeit zu gehen, beschäftigt wohl die meisten Arbeitnehmer. Denn (Aussage von einem früheren Arbeitgeber): "Wegen an bissal Schnupfen oder Husten kann man ja wohl arbeiten." Darum bleibt man ja auch nicht zu Hause, sondern nur wegen einer starken Einschränkung des Wohlbefindens, die meist mit hoher Ansteckungsgefahr für Kollegen/Kunden einhergeht. Bei Fieber sollte sich niemand in die Arbeit plagen müssen, eine verschleppte Krankheit kann sogar schlimme Folgen für andere Organe haben. Deshalb ist es ärgerlich und nicht nachvollziehbar, am selben Tag der Erkrankung eine Bestätigung vom Arzt erbringen zu müssen, wo man eigentlich im Bett bleiben sollte: zum Auto schleppen, zum Arzt fahren, im Wartezimmer sitzen (und dabei andere Patienten anstecken). Somit ist mindestens ein halber Tag vertan, an dem man sich schon erholen könnte. Dann kommt das schlechte Gewissen: "Jetzt müssen meine Kollegen meine Arbeit erledigen ... hoffentlich werde ich nicht gekündigt ..." Ist man Migränepatient wie ich, ist es nicht möglich, in diesem Zustand zum Arzt zu fahren - und Hausbesuche gibt es lange nicht mehr.

Liebe Dienstgeber, macht euren Mitarbeitern kein schlechtes Gewissen, wenn sie sich nicht krank in die Arbeit schleppen, denn je schneller man auskuriert ist, desto schneller ist man wieder fit.


Brigitte Schmerl, 5061 Elsbethen

Aufgerufen am 29.10.2020 um 04:00 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/nicht-krank-in-die-arbeit-schleppen-83041258

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