Leserbrief

Niemand fürchtet sich vorm bösen Wolf

Das möchte ich Frau Margit Hofbauer zu ihrem Leserbrief vom 18. Juni mitteilen. Ein Pongauer Bergbauer braucht für seine Arbeit Mut und Kraft sowie Entscheidungsfreude und Liebe zur Arbeit und den Tieren. Diese Menschen brauchen sie nicht nach Ernstbrunn schicken, die haben höchstwahrscheinlich mehr Verständnis für Tiere als so mancher Städter der sich zwei Katzen und einen Hund in einer Zweizimmerwohnung hält.
Die Bauern haben leider das Dilemma, dass sie einerseits ihre Schafe wie immer auf die Almen treiben wollen, aber andererseits mit den Kadavern der gerissenen Tiere konfrontiert werden. Auch der Spruch von Leben und leben lassen, wie Frau Hofbauer so schön formuliert, ist hier leider nicht angebracht, denn der Wolf hält sich nicht daran. Dass der Mensch zur Erhaltung der Natur beitragen soll finde ich richtig, aber wer bitte, wenn nicht unsere Bauern mit ihren Tieren trägt am meisten zur Erhaltung unserer Natur und Kulturlandschaft bei.
Ich denke so mancher Wolfsförderer unter den Politikern und Leserbriefschreibern würde seine Meinung möglicherweise überdenken, wenn er die Gegebenheiten und Erfordernisse vor Ort kennen oder mit eigenen Augen sehen würde. Auch der Vergleich eines Herdenschutzes in Polen und Russland mit unseren Almen ist wohl einer von Äpfeln mit Bananen. Ich hoffe, dass es gelingt einen funktionierenden und finanzierbaren Herdenschutz zu finden, denn ich und wohl auch viele unserer Gäste und Urlauber würden die friedlich grasenden Schafherden auf unseren Bergen und Almen sehr vermissen.


Georg Gfrerer, 5500 Bischofshofen

Aufgerufen am 03.12.2020 um 05:13 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/niemand-fuerchtet-sich-vorm-boesen-wolf-89267230

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