Leserbrief

Noch immer mutwillige und sinnlose Grenzschikanen

Im Falle von Oberndorf und Laufen handelt es sich um zusammengewachsene und weiter zusammenwachsende Städtchen - bereits historisch miteinander verwoben in wirtschaftlicher, kultureller und vor allem familiärer Hinsicht, was durch den EU-Beitritt Österreichs noch weiter befördert wurde -, die zusammen einen aufstrebenden regionalen Lebensraum und Wirtschaftsstandort darstellen.

Die Bewohner dieses Grenzstreifens wurden bereits im Frühjahr 2020 zu Beginn der Corona-Krise und werden erneut seit Herbst vergangenen Jahres bis heute und bis auf Weiteres durch mutwillig anmutende Grenzschikanen sowohl deutscher als auch österreichischer Behörden ihrer ökonomischen und familiären Kontaktmöglichkeiten massiv beraubt.

Denn obwohl im Verlauf der letzten Wochen und Monate die täglichen Corona-Zahlen annähernd gleich hoch sind - mal in Bayern bzw. Deutschland etwas höher und mal in Salzburg bzw. Österreich etwas höher als im gegenüberliegenden Grenzraum -, wird der sogenannte "kleine Grenzverkehr" im hiesigen Grenzraum von der Polizei auf beiden Seiten der Grenze dennoch weiterhin zu unterbinden versucht. Und zwar geschieht dies im Auftrag der Politik, die von den jeweiligen Hauptstädten aus ihre Entscheidungen trifft und entweder von den lokalen Gegebenheiten überhaupt keine Ahnung hat oder diese einfach ignoriert.
Und das wirklich Traurige daran ist: Es gibt keinerlei sachlichen Grund dafür, wenn man die Fallzahlen dies- und jenseits der Grenze betrachtet. Und wenn es keinen sachlichen Grund dafür gibt, dann sind wohl andere Gründe dafür ausschlaggebend. Vielleicht ist es nur Symbolpolitik, indem man dem Wahlvolk suggeriert, man tue etwas gegen die Pandemie. Oder aber es will sich jemand einfach bloß profilieren, indem er als "Macher" auftritt und den Anschein erweckt, er tue alles, um die Pandemie zu bekämpfen. Oder aber es wird versucht, dem eigenen Wahlvolk "Sicherheit" zu vermitteln, indem behauptet wird, es vor sich selbst schützen zu wollen.

Meine Forderung: Kontrolliert, sofern tatsächlich sinnvoll und nötig, von mir aus den überregionalen Grenzverkehr, aber lasst den "kleinen Grenzverkehr" unbehelligt, denn es ist eine Zumutung, erniedrigend und entgegen dem Geist der Europäischen Union, seinen täglichen Geschäften nicht nachgehen zu dürfen, seine Verwandten und Freunde jenseits der Grenze nicht sehen zu können und vor allem eine politische Willkür hinnehmen und Grenzpolizisten um Gnade anwinseln zu müssen, wenn man eigentlich bloß die Salzach überqueren möchte.

Manfred Spöcklberger, 5110 Oberndorf

Aufgerufen am 03.12.2021 um 09:15 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/noch-immer-mutwillige-und-sinnlose-grenzschikanen-98352679

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