Leserbrief

Notunterkunft auf großen Schiffen

Ich möchte den Leserbrief von Frau Dr. Müller ("Fremdschämen für unser Land") nicht unwidersprochen lassen.

Ich habe mir lange überlegt, wie man den Flüchtlingen in Moria (Insel Lesbos) wirklich helfen könnte. Ist eine Aufnahme von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Österreich wirklich die beste Lösung? Was bringt es, wenn ein Kind, ohne die Sprache zu verstehen und aus einem anderen Kulturkreis stammend, in eine fremde Familie aufgenommen wird? Eine Aufnahme wieder in Flüchtlingsunterkünfte ist sicherlich für Kinder keine gute Lösung. Außerdem ist ein Herausreißen aus der - leider schon gewohnten - Umgebung sicher auch nicht günstig. Jede/-r soll sich einmal fragen, ob er/sie selbst bereit wäre, ein fremdes Kind in die eigene Familie aufzunehmen. Ja, es geht hier um ein unbegleitetes, wirklich minderjähriges Kind, nicht um Jugendliche, wo man das tatsächliche Alter nicht weiß. Nun hat sich die Regierung dazu durchgerungen, vor Ort kräftig zu helfen, Bereitstellung von 400 Wohncontainern für 2000 Flüchtlinge mit allen erforderlichen Einrichtungen für Unterkunft und Hygiene, Bereitstellung von Trinkwasser und Beseitigung des Abwasser- und Abfallproblems. Natürlich auch die Bereitstellung einer erforderlichen Infrastruktur. Da braucht sich dann sicherlich niemand mehr schämen.

Und wie könnte man noch helfen? Viele Kreuzfahrtschiffe werden derzeit nicht gebraucht, ja man spricht sogar von Verschrottung. Auf diesen Schiffen ist die gesamte erforderliche Infrastruktur bereits vorhanden, also besser, als diese komplett außer Dienst zu stellen, wäre es, diese Schiffe vor Lesbos ankern zu lassen und den Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen. Drei große Schiffe reichen dafür aus, um alle Flüchtlinge von Moria aufnehmen zu können.
DI Ferdinand Lichtblau
1020 Wien

Quelle: SN

Aufgerufen am 24.11.2020 um 02:25 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/notunterkunft-auf-grossen-schiffen-92861848

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