Leserbrief

Nur wegen ein paar Käfern ... ?

"Dem Zuschauer geht kein Spiel zu hoch!" So kann man die Zurufe von auswärts betiteln.
Der Käfer und die Krebse zeugen von einer noch halbwegs intakten Natur, die geschützt werden muss! Ich möchte auch Nicht-Köstendorfern vermitteln, worum es uns geht.

Zunächst: Es geht nicht ums Verhindern, sondern darum, dass - wenn dieser Plan durchgezogen wird - es für uns Köstendorfer noch lebenswert bleibt und das Naherholungsgebiet der Salzburger am Wallersee für künftige Generationen nicht zerstört wird.

Das heißt konkret: Es ist notwendig, dass die ÖBB ihre gegebenen Versprechen, von denen sie nichts mehr wissen wollen, einhalten: den Abtransport des Aushubs mittels der Schiene!

Es ist schon eine Ironie, dass den ÖBB selbst der Abtransport mit dem eigenen Unternehmen zu teuer ist, aber andere sollen auf die Schiene umsteigen!
Bisher konnte mir niemand schlüssig den konkreten wirtschaftlichen Vorteil für unseren Flachgau erklären: Nach meinem Wissensstand plant keine einzige Firma zwischen Straßwalchen und Salzburg einen Gleisanschluss. In Wahrheit ist es nur ein Durchzug, von dem wir nichts haben. Und in Freilassing steht das Projekt, weil die Deutschen nicht weiterbauen. Da muss man nicht in vorauseilendem Gehorsam planen, besonders wenn man weiß, dass die ÖBB schon vor Corona ein Minus von über zwei Prozent im Güterverkehr machten.

Weiters: Die ÖBB wollen für uns den belastendsten Weg. Zeitweise 900 (!) überalterte Lkw (in der Ausschreibung sind keine Standards für Abgas und Feinstaub der Wagen festgelegt) werden täglich und jahrelang rund um den Wallersee unterwegs sein und uns enormen CO2-Ausstoß bescheren.

Und zum Schluss der wesentlichste Faktor nach dem Tunnelbau: Die lächerlichen vier bis fünf Minuten Fahrzeitverkürzung bringen fast nichts, wenn nicht der Anschluss nach Oberhofen hergestellt wird - und das bedeutet nach den geplanten 17 Jahren für den ersten Tunnel einen Weiterbau von Köstendorf aus von nochmals geschätzten zehn Jahren unter den gleichen Belastungen für unsere Gemeinde.

Gabriele Wakolbinger, 5203 Köstendorf

Aufgerufen am 19.10.2021 um 12:15 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/nur-wegen-ein-paar-kaefern-93832630

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