Leserbrief

Ökologisch verantwortlich leben am Pass Thurn

Superreiche wollen auch einmal zur Ruhe kommen. Nicht wenige von ihnen zwingt allein schon ihr weit verstreuter Immobilienbesitz zu ständigem Unterwegssein. Weil die Reisen zum Anwesen in Beverly Hills oder zur Villa auf Sardinen in der Regel nicht mit mit dem Zug oder dem Fahrrad passieren, ist es gut, dass derartige Personen hinkünftig ihr Gewissen in den Chalets am Pass Thurn erleichtern können: Wer von dort aus mit dem Elektro-Porsche nach Kitzbühel fährt, um im Biomarkt einzukaufen, hat gleich wieder ein paar tausend Meilen im Privatjet gut. Wer anstelle einer Plastik- eine Glasflasche mit seinem liebsten Edelmineralwasser in das Einkaufskörberl legt, erwirbt an der Kassa gleichzeitig einen Ablass für Investments in die Ölindustrie. Alle anderen kleineren Klimasünden können in der exklusiven Wellnesslandschaft des Appartementdorfs ausgeschwitzt werden. Das entstehende Bußwasser ließe sich sicherlich aufsammeln. Man könnte Salz daraus sieden und an die Luxusrestaurants der Umgebung verkaufen - ein ökologisch sinnvoller Kreislauf, der dem Projekt am Pass Thurn eine weitere würzige Note geben würde.

Christian Lorenz Müller, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 16.01.2022 um 08:18 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/oekologisch-verantwortlich-leben-am-pass-thurn-78743983

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