Leserbrief

Österreich - doch eine Bananenrepublik?

Wenn man sich so zu Gemüte führt, was aktuell politisch in Österreich passiert, dann fragt man sich schon öfters, was sich die handelnden Personen dabei denken. Da wird grundsätzlich alles, was der politische Gegner in Gang setzt oder beschließt, in den Dreck gezogen. Man darf ihm schließlich keinen Erfolg gönnen. Die Sache - oder das erwartete Ergebnis - kann noch so gut sein, das ist alles Mist (zumeist auch noch ohne bessere Gegenvorschläge).
Ich war vor Jahren bei der Wahl des Bundespräsidenten nicht sein Fan. Aber ich bin beeindruckt, wie gut er seine Aufgabe wahrnimmt und sage das auch, wenn ich darauf angesprochen werde. Man kann sich ja irren oder seine Vorurteile korrigieren.
Genauso geht es mir jetzt mit der aktuellen Bundesregierung. Ich war - wie viele andere auch - sehr skeptisch, dass so verschiedene Ideologien zusammen arbeiten können. Aber mich beeindruckt aktuell, dass hier nicht andauernd öffentlich gestritten wird (und Stillstand praktiziert, wie in früheren Koalitionen), sondern seriös gearbeitet. Mit gegenseitiger Wertschätzung und Sachverstand. Lassen wir sie doch einfach einmal Ergebnisse produzieren und messen wir sie künftig daran. Dass eine durch die eigene Partei frustrierte Vorsitzende oder ein enttäuschter machthungriger Radikaler einer anderen Partei an der Arbeit nichts Gutes finden können, sollte unsere Meinung nicht beeinflussen. Es sei denn, wir sind doch eine Bananenrepublik …

Norbert Düringer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 28.09.2020 um 08:34 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/oesterreich-doch-eine-bananenrepublik-84468349

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