Leserbrief

Offener Brief an Landeshauptmann und Bürgermeister

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Doktor Haslauer,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Diplom-Ingenieur Preuner,

das weitere starre Festhalten an der geplanten Mönchsberggaragen-Erweiterung muss ein Ende finden. Sollte nicht jetzt, da sich die Stadt und das Land Salzburg zur Neuordnung des Verkehrs bekannt haben, endlich ein Umdenkprozess in Gang kommen?

Generell frage ich mich, mit welchen Argumenten dieser Garagen-Ausbau — Kosten von nahezu 30 Millionen Euro — in der heutigen Zeit überhaupt noch begründet werden kann.

Während in anderen Städten ein Umdenken stattfindet, das auf die radikale Reduzierung des motorisierten Individualverkehr abzielt, geschieht in Salzburg genau das Gegenteil. Trotz täglichem Stau setzt man darauf, es allen recht zu machen, verhindert verkehrsberuhigende Maßnahmen und scheut sich vor einer Stellplatz-Reduzierung.
Das Erscheinungsbild unserer historischen Straßen und Plätze ist beschämend, was am Kapitel-, Dom- und Mozartplatz eindrucksvoll zu sehen ist.

Jetzt die Garagen-Erweiterung damit zu begründen, dass Stellplätze der Altstadtbewohner und des Stiftes St. Peter in den Berg "verschwinden" könnten, ist nur eine Farce.
Das hätte man längst mit der bestehenden Mönchsberg-Garage — die Auslastung ist bekanntlich nur zu wenigen Spitzen-Zeiten gegeben — verwirklichen können.

Dem Individualverkehr mit zusätzlichen Stellplätzen die Fahrt ins historische Zentrum Salzburgs zu ebnen ist ein denkbar schlechter Ansatz und läuft den Plänen zur Stärkung und zum Ausbau des öffentlichen Verkehrs diametral entgegen.


Erwin Krexhammer, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 25.11.2020 um 09:47 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/offener-brief-an-landeshauptmann-und-buergermeister-92074237

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