Leserbrief

Omikron: Viele Ausfälle an den Schulen

In den Coronajahren eins und zwei wurde den Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen AHS und BHS die Präsentation ihrer Arbeiten und die mündlichen Abschlussprüfungen freigestellt. Aber heuer soll alles wieder so sein wie in ganz normalen Jahren. Da fragt man sich natürlich: Ist denn alles wieder wie vor der Pandemie? Rauscht die Omikron-Welle denn an den Höheren Schulen vorbei? - Ein Blick in die Bildungseinrichtungen oder die Nachrichtenportale weist eher auf eine Flut hin: Viele kämpfen, um sich über Wasser zu halten. Es gibt Ausfälle von Lehrpersonal, Schülerinnen und Schülern und damit von Unterricht. Tägliche Testungen nehmen schon gerne einmal halbe Unterrichtseinheiten in Anspruch. Der Stress, in der so eingeschränkten Zeit alles hinbekommen zu müssen, führt zu psychischen Problemen und lässt manche zusammenbrechen. Und das nach über zwei Jahren Pandemie. Das heißt, in der BHS haben die Maturantinnen und Maturanten die halbe Schulzeit im Ausnahmemodus bestritten und in den dreijährigen BMS hatten die Jugendlichen überhaupt nur ein normales Semester. Dazu kommt nun die psychische Belastung durch die Nachrichten aus der Ukraine, die Angst vor Krieg auch bei uns. Und so frage ich mich als jemand, der nun schon 20 Jahre Lehrer ist:

Wozu? Um zu beweisen, dass das System funktioniert? Oder einfach nur, um den Jugendlichen zu zeigen: "Ihr müsst im österreichischen Bildungssystem mit allem rechnen, nur nicht mit Logik - oder Rücksicht!"

Mag. Oliver Walenta, BMHS-Lehrer, 4880 St. Georgen

Aufgerufen am 21.05.2022 um 04:55 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/omikron-viele-ausfaelle-an-den-schulen-118625449

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