Leserbrief

Organisierte Strukturen

Bettler erzeugen bei uns, denen es allen weit besser geht, ein schlechtes Gewissen, wenn wir an ihnen vorbeigehen. Wenn dieses Gefühl z.B. bei einem Stadtbummel etwa zwanzigmal hochkommt, wird einem die Stadt vermiest. Einem oder zwei Bettler/-innen etwas zu spenden, befreit einen allerdings nur in eben diesen Fällen von diesem unguten Gefühl. Niemand wird aber im Stande sein, allen Bettler/-innen zu spenden, die einem am Weg begegnen.
Eine Lösung wäre nicht schwer - vorausgesetzt alle würden mittun: Grundsätzlich den Bettler/-innen kein Geld geben, sondern allerhöchstens Sachspenden (Schokoriegel, Brot o. Ä.). Damit haben die Bosse im Hintergrund so gar keine Freude und wenn sich das "Geschäft" in Salzburg nicht mehr lohnt, werden die Horden sicher abgezogen. Wir sind natürlich nicht die einzige Stadt, die unter dieser Invasion zu leiden hat. Ich habe die rumänischen Bettler ebenso in Valencia, Nürnberg oder München und vielen anderen Städten gesehen (in Tiraspol in Transnistrien allerdings nicht, warum wohl?) Und ich habe auch die protzigen Paläste der Bosse in Rumänien gesehen. Wenn also wer glaubt, hier ginge es nicht um organisierte Strukturen, der glaubt wahrscheinlich auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Mir tun die Bettler leid, denn sie sind diejenigen, denen es bei dem Ganzen sicher nicht gut geht. Wobei ich mich schon frage, was offensichtlich gesunde junge Frauen und Männer dazu bringt, zu betteln statt zu arbeiten. Jedenfalls muss sich die Stadtverwaltung und die Exekutive sehr bald Nachhaltiges einfallen lassen, denn mehr und mehr begehen diese Armutsreisenden leider auch Straftaten.

Komm.Rat Walter Braun, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 23.10.2019 um 06:58 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/organisierte-strukturen-67551088

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