Leserbrief

Ortschefs könnten sich Ärger ersparen

Aus den Erfahrungen von 20 Jahren "Bürgermeisterei" und den rund 4000 Kilometern, die ich vor Jahren pilgernd zu Fuß durch Österreich, Deutschland und Tschechien unterwegs war, kann ich dem Leserbrief von Herrn Ing. Anton Gelke zum Thema "Bodenversiegelung: Was tun dagegen?" in den SN vom 7. November fast zur Gänze zustimmen.

Sehr wohl teile ich seine Feststellung, dass die überregionale Planung gestärkt werden soll, möchte aber schon sichergestellt wissen, dass die Damen und Herren der Gemeindevertretungen ein grundlegendes Mitspracherecht haben, wo, was und wie in ihren Gemeinden gebaut werden darf. Auf den mit der Aufsichtsbehörde des Landes festgelegten Grundlagen wie Räumlichem Entwicklungskonzept, Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung soll aber der Vollzug und die Umsetzung dieser Festlegungen - ähnlich wie bei Bauplatzerklärungen - durch eine überörtliche Instanz erfolgen.

Diese unabhängigen Beamten müssen nämlich nicht wie die Bürgermeister/-innen und die Gemeindevertreter/-innen alle fünf Jahre gewählt werden und können daher unabhängig davon agieren.

Den Bürgermeistern bliebe zudem viel Interventionsärger erspart, wenn sie nicht mehr Baubehörde der ersten Instanz wären und sie sich nicht mit der ständig steigenden Anzahl an Bauwerbern herumschlagen müssten, die bei ihren Bautätigkeiten "Extrawürste" außerhalb der rechtlichen Grundlagen begehren.


Josef Guggenberger, 5165 Berndorf

Aufgerufen am 02.12.2020 um 04:51 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/ortschefs-koennten-sich-aerger-ersparen-95494171

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