Leserbrief

Osternest

Ich wohne in einem Haus mit sieben Wohneinheiten in Riedenburg. Am Ostersamstag in der früh um 6.30 Uhr kam eine Nachricht aufs Handy, der Osterhase sei bei mir vorbeigehuscht und habe mir ein Geschenk aufs Auto gelegt. Voller Erwartung wollte ich mir mein Osternest um ca. 9 Uhr holen, leider war nichts mehr da. Mein Carport ist von der Straße ca. 50 m entfernt und nicht einsichtbar. Ich fragte meine Enkelin, ob sie es so gut versteckt habe und was es wohl beinhalte
und erzählte ihr von diesem Nichtauffinden. Am Abend kam sie noch einmal vorbei.

Es war eine Keks-Blechdose mit Backpapier eingewickelt, "frohe Ostern" drauf geschrieben und rundherum mit Blümchen verziert, drinnen waren ein Heubett mit zwei selbst gemachten Muffins, drei selbst gemachten Weckerln, einige Vollkorn-Cookies, selbst gezogene Radieschensprossen und ein Bund Petersilie. Also mit so viel Liebe hergerichtet und das nimmt dann höchstwahrscheinlich jemand aus unserem Haus! Ich war so enttäuscht und so traurig, dass es in diesen Zeiten noch Menschen gibt, die das einfach wegnehmen. Das weckt natürlich Misstrauen für jeden, der in unserem Haus wohnt und vielleicht ein Postpaket nur vor die Tür
gestellt bekommt und das ist dann nicht mehr vorhanden, aus welchen Gründen auch immer.

Natürlich habe ich einen Verdacht, aber keinen Beweis, wer es höchstwahrscheinlich war. In Zeiten wie diesen eine unglaubliche Frechheit und eine riesengroße Enttäuschung.

Eva Prutzek, 5020 Salzburg

Aufgerufen am 20.09.2020 um 08:40 auf https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/osternest-86370238

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